Scoring

Die Schufa bietet ihren Vertragspartnern auch einen Score-Wert an. Das ist ein Wert von 1 bis 100, der dem jeweiligen Verbraucher zugeordnet wird und die statistische Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalles angibt. Je niedriger der Wert, desto größer die Ausfallwahrscheinlichkeit. Der Score-Wert ist abhängig vom Zweck, für den er angefragt wird – so erhalten beispielsweise Versicherungen andere Scorewerte als Mobilfunkanbieter. In die Score-Werte gehen unter anderem die Anzahl der Wohnungswechsel und die Anzahl der Bankkonten ein.

Das Scoreverfahren basiert auf dem logistischen Regressionsmodell, das die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Zufallsereignisses mit zwei möglichen Ausgängen modelliert. Für das Verfahren von 2001 wurden ca. 6,7 Mio. anonymisierte Datensätze über eine „Reifezeit“ von 15 Monaten ausgewertet.[5]

Basisscore

Der Basisscore wird in der Eigenauskunft in Prozent angegeben und jeweils nach drei Monaten neu berechnet. Er liegt zwischen 0% und 100%, wobei hohe Werte besser sind und 100% ein rein theoretischer Wert ist.

Laut einer Studie des BMELV lag in einer Stichprobe von 100 Personen der Basisscore für Personen in einem Insolvenzverfahren typischerweise bei 5%, bei abgeschlossenem Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung bei 29%. Bei dieser Untersuchung lag für 4% kein Basisscore vor, 9% hatten einen Basisscore unter 89%, 60% hatten einen Basisscore zwischen 89% und 99%, 27% hatten einen Basisscore von über 99%.[6]

Branchenscore

Die Branchenscores werden tagesaktuell berechnet. Branchenscores wurden 1997 eingeführt und 2001 (“Version 1.0″) sowie 2008 (“Version 2.0″) überarbeitet. Es gibt folgende Arten:

  • SCHUFA-Score für Banken, Version 2.0
  • SCHUFA-Score für Telekommunikationsunternehmen, Version 2.0
  • SCHUFA-Score für Sparkassen/Genossenschaftsbanken, Version 1.0
  • SCHUFA-Score für Handel, Version 2.0
  • SCHUFA-Score für Hypothekengeschäft, Version 2.0
  • SCHUFA-Score für Versandhandel, e-Commerce und Identitätsmanagement, Version 2.0
  • SCHUFA-Score für Freiberufler, Version 1.0
  • SCHUFA-Score für Kleingewerbetreibende, Version 1.0

Zu jedem werden folgende Angaben gemacht:

  • “Scorewert” zwischen 0 und 1.000 in der Version 1.0 bzw. zwischen 0 und 10.000 in der Version 2.0, wobei große Werte besser sind,
  • “Rankingstufe” von A bis F, wobei A die beste Stufe ist,
  • “Erfüllungswahrscheinlichkeit” zwischen 0% und 100%, wobei 100% am besten ist.

Widerspruch

Der Ermittlung und Weitergabe von Score-Werten kann schriftlich bei der Schufa widersprochen werden.

Auskunft

Seit 1. April 2010 können Verbraucher entsprechend §34 (4) BDSG eine Auskunft über die historischen Wahrscheinlichkeitswerte – das heißt SCHUFA-Scores, die innerhalb der vergangenen 12 Monate an SCHUFA-Vertragspartner übermittelt wurden – sowie die aktuellen Branchenscores erhalten. Zur Erläuterung des Zustandekommens der Scorewerte werden entsprechend der gesetzlichen Vorgabe Einzelbewertungen in den sechs Datenarten “bisherige Zahlungsstörungen”, “Kreditnutzung”, “Kreditaktivität letztes Jahr”, “Länge Kredithistorie”, “Allgemeine Daten” und “Anschriftendaten” (meist nicht verwendet), sowie die Gesamtbedeutung des Scorewerts angegeben.

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